Am 13. Februar 2021 haben sich Künstler*innen des freien Theaters für junges Publikum aus ganz Bayern getroffen und aus dem Verband freier Kinder- und Jugendtheater in München e.V. heraus den Verband freier Kinder- und Jugendtheater Bayern e.V. gegründet. 

Wir werden uns nun verstärkt um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Wahrnehmung des freien Kinder- und Jugendtheaters in ganz Bayern kümmern und das in München bereits Erreichte bewahren und ausbauen. Außerdem kümmern wir uns natürlich weiter darum, dass die Bedürfnisse unsere Sparte bei der Gestaltung neuer und vorhandener staatlicher Hilfsprogramme in der Krise weiter Beachtung finden. 

Je größer unser Verband ist, desto mehr können wir für unsere Kunst bewegen und leisten!  Wir laden darum alle Kolleg*innen herzlich ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden! 

Der Verband freier Kinder- und Jugendtheater Bayern e.V. vertritt die Anliegen und Bedürfnisse der freien und professionellen Theater für junges Publikum!


München, den 29.11.2021
Ein Brief an Herrn Ministerpräsidenten Söder
und die Staatsminister Sibler, Piazolo und Holetschek,

der Verband freier Kinder- und Jugendtheater Bayern und der Verband freie darstellende Künste Bayern unterstützen die Bemühungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie! Unsere Kolleg*innen haben in der Vergangenheit massive und existenzbedrohende Einschränkungen in ihrer Berufsausübung mitgetragen. Sie haben sich hinsichtlich Hygienekonzepten und Infektionsschutz engagiert, vieles ins Digitale verlegt und alles in Bewegung gesetzt, um den Kontakt zur nächsten Generation des Publikums nicht abreißen zu lassen.

Denn es geht uns um kulturelle Teilhabe!

Das Theater für junges Publikum ist oft der Erstkontakt für junge Menschen zu Kunst und Kultur! Eine abgesagte Vorstellung im Kinder- und Jugendtheater bedeutet mehr als einen wirtschaftlichen Verlust. Eine abgesagte Vorstellung bedeutet vor allem, dass Kinder, einen für sie altersgerechten Zugang zum zentralen Kulturmedium Theater verpassen. Das lässt sich nicht ein Jahr später nachholen, zumal wir bereits im zweiten Jahr sind, in dem junge Menschen den Anschluss an Kunst und Kultur verlieren. Auch wenn die Theater formal nicht geschlossen sind: Es hagelt Absagen. Das Theater für junges Publikum kommt zum zweiten mal zum Erliegen.

Solange nicht grundlegende Schließungen notwendig werden, fordern wir Sie daher dringendst auf:

Beenden Sie den Ausschluss ungeimpfter Minderjähriger über zwölf Jahren vom rezeptiven und ab 2022 auch vom partizipativen Kulturbetrieb. Diese jungen Menschen können nicht frei über ihren Impfstatus entscheiden, weshalb auch das Robert Koch Institut eindringlich davor gewarnt hat, Ungeimpfte mit einem Ausschluss von der kulturellen Teilhabe zu sanktionieren.

Beenden Sie den faktischen Kulturlockdown mit 2G+ und 25% Regelung. Die Hygienekonzepte der Theater waren in der Vergangenheit nachvollziehbar effektiv, sie sind es immer noch!

Eine Fortsetzung der unverhältnismäßigen Einschränkungen des Kulturbetriebes wird Schäden verursachen, die weit über die wirtschaftlichen Einbußen der Kulturschaffenden hinaus gehen. Die Maßnahmen, die im Widerspruch zu den gesammelten Erfahrungen stehen, tragen nicht wesentlich zum Infektionsschutz der Bevölkerung bei, und untergraben das Vertrauen in andere, notwendige Maßnahmen. Auch nach einem möglichen Lockdown darf die Kultur, vor allem die für junges Publikum, nicht wieder unverhältnismäßig stärker eingeschränkt werden, als andere Bereiche des öffentlichen Lebens.

Wir stehen Ihnen seit langem beratend zur Seite, nutzen Sie diese Expertise für Ihre Entscheidungen! 

Mit freundlichen Grüßen,
die Vorstände des Verbands freier Kinder- und Jugendtheater Bayern e.V. und 
des Verbands Freie Darstellende Künste Bayern e.V. 


Kultur. Spiel. Resilienz. Vom Wert der Kulturellen Bildung in Krisen

Kulturelle Bildung trägt zu einer gesunden Entwicklung und vielseitigen Resilienz junger Menschen bei. Sie bietet experimentelle Freiräume und fördert darin den selbstbestimmten Umgang mit individuellen und globalen Krisenereignissen. Warum und wie genau helfen kulturelle Spiel- und Erfahrungsräume dabei, in Krisensituationen psychisch und seelisch stabil zu bleiben? Der Verband freier Kinder- und Jugendtheater Bayern e.V. hat dazu in der neuen Publikation „Kultur. Spiel. Resilienz - Vom Wert der Kulturellen Bildung in Krisen“ (Dezember 2021) Texte zur thematischen Relevanz des Kinder- und Jugendtheaters beigetragen.

Die Herausgeber*innen haben die Corona-Pandemie zum Anlass genommen, wertvolle Erfahrungen und Handlungsempfehlungen von 48 bundesweit und international aktiven Expert*innen in Theorie und Praxis zusammenzutragen, die sich schon seit mehreren Jahren mit Kultur, Spiel und Resilienz beschäftigen. Je früher Kinder und Jugendliche ihren rechtlich begründeten und barrierefreien Zugang zu Kultureller Bildung erhalten und in kulturell-kreativen Tätigkeiten Selbstwirksamkeit erfahren, umso mehr sorgt die dabei entstehende persönliche und gesellschaftliche Resilienz für einen selbstbewussten und bereichernden Umgang mit Krisen.


Aktuelle Projekte:

Ein Gastspielring für München 2021/2022
Der Verband der freien Kinder-und Jugendtheater in München startete 2016 mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München ein Pilotprojekt. Von Oktober 2016 bis Oktober 2017 wurden 25 Vorstellungen von freien Kinder-und Jugendtheatern des Verbandes in Stadtteilkulturzentren und privaten Kulturinitiativen gespielt. 2018 wurde der Gastspielring ein zweites Mal erfolgreich durchgeführt. Nach fünf erfolgreichen Ausgaben gilt nachwievor das Ziel, mobiles Kindertheater mit professioneller Qualität in die Münchner Stadtteile zu bringen und so allen Kindern, egal wo sie wohnen, ein spannendes Theatererlebnis zu bieten.

Alle Spieltermine sind zu finden unter Gastspielring München

Diese Projekt wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

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